Unternehmensgeschichte

Liebherr wurde 1949 von Hans Liebherr im schwäbischen Kirchdorf an der Iller gegründet. Mit der Entwicklung des ersten mobilen Turmdrehkrans legte er den Grundstein für eines der größten Familienunternehmen Europas. Heute wird das Unternehmen in zweiter Generation von der Familie Liebherr geführt und beschäftigt weltweit über 54.000 Mitarbeiter an mehr als 140 Standorten.

Produktbereiche im Überblick

Erdbewegung

Hydraulikbagger (Raupenbagger von 20 bis 800 Tonnen, Mobilbagger), Radlader, Planierraupen, Teleskoplader und Muldenkipper. Liebherr-Bagger der Generation 8 setzen Maßstäbe bei Kraftstoffeffizienz und Bedienkomfort. Besonders die Großbagger der Klasse R 9000 bis R 9800 dominieren im Mining-Segment.

Krane

Liebherr ist der weltweit größte Hersteller von Fahrzeugkranen und Turmdrehkranen. Die Produktpalette umfasst Mobilkrane mit Tragfähigkeiten von 35 bis 1.200 Tonnen (LTM-Serie), Raupenkrane bis 3.000 Tonnen (LR-Serie) sowie Obendreher- und Untendreher-Turmdrehkrane. Der LTM 11200-9.1 ist der weltweit leistungsstärkste Mobilkran.

Betontechnik

Fahrmischer, Betonpumpen und Betontechnik-Komponenten. Die Truck-Mixer-Sparte wurde 2024 mit neuen Leichtbau-Trommeln modernisiert.

Maritime Krane & Hafentechnik

Hafenmobilkrane (LHM-Serie), Schiffskrane, Offshore-Krane und Container-Umschlagkrane. Liebherr-Maritime mit Sitz in Rostock ist einer der führenden Anbieter von Hafenumschlagtechnik weltweit.

Mining

Hydraulikbagger der Klasse 100 bis 800 Tonnen, Muldenkipper (T 264, T 284) sowie Bohrgeräte. Die Mining-Sparte wächst stark durch den globalen Bedarf an Rohstoffen für die Energiewende.

Weitere Sparten

Spezialtiefbaumaschinen, Aerospace-Komponenten (Fahrwerke, Flugsteuerungen für Airbus und Boeing), Verzahntechnik, Automation und Haushaltsgeräte. Diese Diversifikation macht Liebherr einzigartig in der Branche.

Finanzkennzahlen

Liebherr publiziert als Familienunternehmen einen jährlichen Geschäftsbericht, jedoch keine detaillierten Gewinnmargen.

Umsatzentwicklung (Mrd. EUR)
2020: 10,3 · 2021: 11,6 · 2022: 12,6 · 2023: 14,0 · 2024: 14,6 (Rekord)

Mitarbeiter: 54.728 (Ende 2024)
F&E-Investitionen: > 800 Mio. EUR jährlich
Produktionsstandorte: > 140 weltweit

Der Umsatz ist in den letzten fünf Jahren um über 40 % gestiegen. Liebherr investiert jährlich über 800 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung — eine der höchsten F&E-Quoten der Branche.

Trendthemen & Zukunftsstrategie

Elektrifizierung & Batterietechnologie

Liebherr entwickelt batterie-elektrische Antriebe für mehrere Maschinenklassen. Der LB 16 unplugged ist ein Bohrgerät mit Akku-Hybridantrieb für den Spezialtiefbau. Im Mining-Bereich wurde im September 2024 der bislang größte Auftrag der Unternehmensgeschichte unterzeichnet: 475 emissionsfreie Maschinen für den australischen Bergbaukonzern Fortescue, darunter 360 autonome batterie-elektrische Muldenkipper des Typs T 264.

Wasserstoff

Liebherr forscht an Wasserstoff-Verbrennungsmotoren als Alternative zu Batterien bei schweren Maschinen. Die hauseigene Motorenentwicklung in Bulle (Schweiz) und Colmar (Frankreich) arbeitet an H2-Konzepten für Mining-Trucks und große Hydraulikbagger.

Autonomes Fahren & Maschinensteuerung

Im Mining bietet Liebherr mit dem Autonomous Haulage System (AHS) eine Plattform für fahrerlose Muldenkipper. Der T 264 kann vollständig autonom im Tagebau operieren. Im Bereich Erdbewegung setzt Liebherr auf semi-autonome Funktionen wie automatische Planierfunktionen und GPS-gestützte Maschinensteuerung (LIPOS).

Digitalisierung

Die Telematik-Plattform LiDAT ermöglicht Echtzeit-Monitoring von Maschinenflotten. Über MyLiebherr haben Kunden Zugang zu Dokumentationen, Ersatzteil-Bestellungen und Service-Anfragen. Predictive Maintenance wird schrittweise in die Steuerungssysteme integriert.

Marktposition

Liebherr gehört zu den Top 5 der weltweiten Baumaschinenhersteller. In Europa hält das Unternehmen bei Fahrzeugkranen einen Marktanteil von über 50 %. Bei Turmdrehkranen ist Liebherr Weltmarktführer. Die vertikale Integration — von Hydraulikkomponenten über Dieselmotoren bis zur Elektronik — ist ungewöhnlich hoch und verschafft Liebherr einen Kostenvorteil gegenüber Wettbewerbern, die Komponenten zukaufen.