Der Fugenschneider ist ein selbstfahrendes oder handgeführtes Gerät zum Schneiden von Sollbruchstellen (Scheinfugen) in frischem Beton oder zum Aufschneiden von Asphalt- und Betondecken für Reparaturarbeiten. Die Schneidwerkzeuge sind diamantbesetzte oder korundgebundene Trennscheiben mit Durchmessern von 300 mm bis 1.200 mm.

Im Betonbau müssen Scheinfugen innerhalb weniger Stunden nach dem Betonieren geschnitten werden (Frühschnitt), um unkontrollierte Rissbildung durch Schwindspannung zu verhindern. Die Schnitttiefe beträgt typisch ein Viertel der Plattendicke. Im Asphaltbau dienen Fugenschnitte der Reparaturvorbereitung: Saubere, vertikale Schnittkanten ermöglichen den passgenauen Einbau neuer Asphaltdeckschichten.

Selbstfahrende Großfugenschneider von Herstellern wie Lissmac, Tyrolit und Norton schneiden bis zu 500 mm tief und werden bei Autobahn- und Rollbahnsanierungen eingesetzt. Handfugenschneider mit Benzin- oder Elektroantrieb sind im Hochbau und bei kleineren Straßenarbeiten verbreitet. Nasschnitt (mit Wasserkühlung) ist Standard, da er Staubentwicklung minimiert und die Lebensdauer der Schneidscheibe verlängert.