Der Nassschnitt ist ein Trennverfahren, bei dem Wasser als Kühl- und Spülmittel an die Schneidscheibe geleitet wird. Beim Schneiden von Beton, Naturstein und Asphalt mit Diamant-Trennscheiben entsteht hohe Reibungswärme — ohne Kühlung würden die Diamantsegmente überhitzen und vorzeitig verschleißen. Gleichzeitig bindet das Wasser den entstehenden Staub.

Im Baustellenalltag wird Nassschnitt bei Fugenschneidern, Wandsägen, Seilsägen und Kernbohrgeräten eingesetzt. Die Vorteile: 3–5× längere Schneidscheiben-Lebensdauer, drastisch reduzierte Staubbelastung (wichtig für Arbeitsschutz nach TRGS 559, Quarzsstaub-Grenzwert 0,05 mg/m³) und sauberere Schnittkanten.

Der Nachteil: Schmutzwasser (Schneidschlamm) muss aufgefangen und entsorgt werden — es darf nicht ungefiltert in die Kanalisation gelangen (pH-Wert >12 bei Beton). Auffangwannen, Naßsauger und Wasserrecycling-Anlagen gehören zur Standardausrüstung. Trockenschnitt mit Absaugung ist die Alternative in Bereichen ohne Wasseranschluss.