Die Proctor-Dichte ist die im Laborversuch ermittelte maximale Trockendichte eines Bodens bei optimalem Wassergehalt. Sie dient als Referenzwert für die Verdichtungskontrolle auf der Baustelle: Der geforderte Verdichtungsgrad (z.B. 97 % oder 100 %) bezieht sich auf die Proctor-Dichte. Ein Verdichtungsgrad von 97 % bedeutet, dass die vor Ort erreichte Trockendichte 97 % der Proctor-Dichte beträgt.

Der Proctorversuch nach DIN 18127 funktioniert so: Boden wird in einen Zylinder gefüllt und mit einem genormten Fallgewicht (2,5 kg, Fallhöhe 30 cm) verdichtet. Durch Wiederholung mit verschiedenen Wassergehalten ergibt sich eine Glockenkurve — ihr Maximum ist die Proctor-Dichte, der zugehörige Wassergehalt der optimale Wassergehalt.

Für den Baumaschinenführer ist die Proctor-Dichte indirekt relevant: Sie bestimmt, wie viele Walzenübergänge nötig sind und bei welchem Bodenwassergehalt verdichtet werden sollte. Zu trockener Boden lässt sich nicht ausreichend verdichten, zu nasser Boden wird aufgeweicht statt verdichtet. Der Plattendruckversuch und der Leichte Fallgewichtsversuch prüfen die Zielerreichung auf der Baustelle.