Die Spundwand ist ein temporäres oder permanentes Verbauungssystem aus ineinandergreifenden Stahlprofilen (Spundbohlen), das Baugruben gegen Erdruck und Grundwasser sichert. Die Bohlen werden per Vibrations- oder Schlagramme in den Boden eingebracht und greifen über Schlösser (Profilränder) ineinander — die Wand ist damit wasserdicht und belastbar.
Typische Profilformen: U-Profile (breite Bohlen, hoher Widerstandsmoment), Z-Profile (schmaler, flexibler einsetzbar) und Flachprofile (für leichte Verbaue). Bohlenlängen reichen von 6 bis 30 Metern, Wanddicken von 8 bis 24 mm. Führende Hersteller sind ArcelorMittal, ThyssenKrupp und Salzgitter Mannesmann.
Im Wasserbau (Ufermauern, Hafenwände, Hochwasserschutz) bleiben Spundwände dauerhaft im Boden. Im Baugrubenbau werden sie nach Fertigstellung des Bauwerks oft wieder gezogen (Rückbau) und wiederverwendet. Die Kombination mit Gurtungen und Steifen oder Erdankern ermöglicht Baugrubentiefen bis über 20 Meter auch in weichem, wasserführendem Boden.