Unterschreitung bezeichnet im Erdbau das Nichterreichen eines geforderten Sollwerts — typischerweise des Verdichtungsgrads (z.B. < 97 % Proctor), der Tragfähigkeit (EV2-Wert unter Anforderung) oder der Planumsgenauigkeit (Sollhöhe nicht erreicht). Unterschreitungen werden bei der Qualitätskontrolle (Plattendruckversuch, Nivellement) festgestellt und müssen vor Fortsetzung der Arbeiten behoben werden.
Häufige Ursachen: falscher Wassergehalt des Bodens, zu wenige Walzenübergänge, ungeeignetes Bodenmaterial, mangelnde Schichtdickenbeachtung oder zu hohe Verdichtungsgeschwindigkeit. Bei Höhenunterschreitungen: Berechnungsfehler, GPS-Kalibrierungsprobleme oder Nachsacken des Bodens.
Die Behebung erfordert je nach Ursache: Nachverdichtung, Bodenaustausch, Materialverbesserung (Kalk, Zement) oder Nachprofilierung. In Leistungsverzeichnissen sind Toleranzen definiert — z.B. ±3 cm bei Planumsherstellung, DPr ≥ 97 % bei Hinterfüllung. Systematische Unterschreitungen deuten auf grundlegende Probleme hin und erfordern Anpassung der Arbeitsmethode.