Ein Indikator für die Verschiebung im Baustoffmarkt: Der Holzfaser-Spezialist STEICO hat seine eigene Ergebnisprognose übertroffen und bestätigt damit die wachsende Nachfrage nach Holzfaserdämmung und konstruktiven Holzwerkstoffen. Die Entwicklung steht exemplarisch für die strukturelle Transformation im Bausektor, in dem nachwachsende Rohstoffe zunehmend mineralische Baustoffe substituieren – insbesondere im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bei energetischen Sanierungen.
Während der Gesamtmarkt für Baustoffe in Deutschland 2024 unter Druck stand, profitieren Hersteller wie STEICO von regulatorischen Vorgaben zur CO₂-Reduktion und der steigenden Akzeptanz von Brettsperrholz (CLT) sowie Holzrahmenbausystemen. Die überdurchschnittliche Performance deutet darauf hin, dass Planer und Bauherren verstärkt auf Materialien mit günstiger EPD-Bilanz setzen – ein Trend, der sich auch in der steigenden Anzahl zertifizierter Holzhochhäuser manifestiert.
STEICO positioniert sich als integrierter Anbieter entlang der Holzbau-Wertschöpfungskette: von dämmenden Holzfaserplatten mit λ-Werten zwischen 0,038 und 0,046 W/(m·K) bis zu konstruktiven Elementen für tragende Anwendungen. Diese Diversifikation ermöglicht es dem Unternehmen, sowohl vom Neubau als auch von der energetischen Sanierung zu profitieren, wo Holzfaserdämmstoffe zunehmend Mineralwolle und synthetische Dämmstoffe ersetzen.
Die positive Geschäftsentwicklung steht im Kontrast zur Situation anderer Baustoffhersteller: Während Zement- und Betonproduzenten mit rückläufigen Volumina und hohen CO₂-Kosten kämpfen, erschließen sich Holzbau-Spezialisten neue Marktsegmente. Planer sollten beachten, dass die gestiegene Nachfrage nach zertifizierten Holzwerkstoffen zunehmend auch Lieferzeiten und Verfügbarkeit beeinflusst – ein Faktor, der bei der Ausschreibung mehrgeschossiger Holzbauprojekte berücksichtigt werden muss.
Die Marktentwicklung bei STEICO korreliert mit dem Wachstum des Holzhochbau-Segments in DACH: Laut Branchenverbänden stieg der Anteil mehrgeschossiger Holzbauten im Geschosswohnungsbau 2024 auf über 23 Prozent. Dieser strukturelle Shift wird durch verschärfte Anforderungen an die Gesamtenergiebilanz gemäß GEG und durch kommunale Vorgaben zur Holzbauquote beschleunigt – ein regulatorischer Rückenwind, der die Performance von Holzbaustoff-Herstellern mittelfristig stützen dürfte.
Für Produktmanager und Einkäufer im Baustoffhandel signalisiert die STEICO-Meldung, dass sich Investitionen in Lagerkapazitäten für Holzbaustoffe rentieren. Die Kombination aus Nachhaltigkeitsanforderungen, technischer Reife der Systeme und zunehmender Planersicherheit schafft ein stabiles Wachstumsumfeld – auch wenn Preisvolatilität bei Schnittholz als Rohstoff weiterhin ein Risikofaktor bleibt.



