Eine Entwicklung, die Standards im Ziegel-Mauerwerksbau erweitern könnte: Schlagmann Poroton hat mit dem Pz-I einen verfüllbaren Installationsziegel entwickelt, der DIN-konforme Installationswände ermöglichen soll. Das neue Systemprodukt richtet sich an Planer und ausführende Unternehmen, die Sanitär- und Elektroinstallationen in Ziegelwänden integrieren müssen, ohne dabei auf tragende Funktionen oder bauphysikalische Anforderungen verzichten zu wollen.
Der Installationsziegel Pz-I unterscheidet sich von konventionellen Ziegeln durch seine verfüllbare Bauweise. Während herkömmliche Lochziegel für nachträgliche Schlitzarbeiten nur begrenzt geeignet sind, erlaubt das Konzept des Pz-I die Integration von Leitungsführungen bereits während des Mauerwerksbaus. Die Verfüllung erfolgt mit geeignetem Mörtel, wodurch die statische und brandschutztechnische Integrität der Wand erhalten bleiben soll. Planer sollten beachten, dass die Einbindung solcher Installationswände in die Gesamtstatik gemäß den Anforderungen der DIN 1053-1 bzw. Eurocode 6 erfolgen muss.
Die Normkonformität ist ein zentraler Aspekt der Produktentwicklung. Installationswände müssen in Deutschland je nach Funktion unterschiedlichen Anforderungen genügen: Brandschutzklassen, Schallschutz nach DIN 4109 sowie statische Nachweise bei tragenden Wänden. Der Pz-I soll diese Anforderungen erfüllen, indem er durch die Verfüllung eine homogene Wandstruktur schafft. Im Vergleich zu Gipskartonplatten oder Kalksandstein-Vorwandsystemen bietet der Ziegelansatz den Vorteil einer monolithischen Bauweise mit geringeren Wärmebrückenrisiken.
Die marktrelevante Bedeutung liegt in der zunehmenden Komplexität haustechnischer Installationen. Moderne Gebäude erfordern erweiterte Leitungsführungen für Heizung, Sanitär, Elektro und zunehmend auch Datentechnik. Bisherige Lösungen mit nachträglichen Schlitzen oder Vorwandinstallationen bringen entweder statische Schwächungen oder Flächenverluste mit sich. Der verfüllbare Installationsziegel könnte hier eine materialeffiziente Alternative darstellen, die den Rohbau und die Installationsebene konstruktiv verbindet.
Für die praktische Anwendung wird entscheidend sein, wie sich der Pz-I in bestehende Planungs- und Ausführungsprozesse integrieren lässt. Die Koordination zwischen Rohbaugewerken und TGA-Planern muss bereits in frühen Projektphasen erfolgen, um die Positionierung der Installationszonen festzulegen. Zudem dürfte die Verfügbarkeit von abZ-Zulassungen (allgemeine bauaufsichtliche Zulassung) und Verarbeitungsrichtlinien für ausführende Betriebe relevant werden. Schlagmann Poroton adressiert damit einen Bedarf, der insbesondere im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bei energetischer Sanierung von Bestandsbauten an Bedeutung gewinnt.