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CO₂-neutraler Beton

Die Zementindustrie verursacht rund 8 % der globalen CO₂-Emissionen. Niedrigemissionsbeton, Carbon Capture und alternative Bindemittel sind die Hebel zur Klimaneutralität 2050.

Beton ist der meistgenutzte Baustoff der Welt — und einer der emissionsintensivsten. Rund 90 % des CO2-Fußabdrucks entfallen auf den Klinker, die durch Hochtemperaturbrennung im Zementwerk entstehende mineralische Hauptkomponente. Die deutsche und europäische Zementindustrie hat sich auf Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet — Zwischenziel ist eine Emissionsreduktion um 55 % bis 2030 (VDZ-Roadmap).

Die Hebel sind klar benannt: Klinkersubstitution (Hüttensand, Flugasche, Kalkstein) reduziert den Klinkerfaktor in CEM II- und CEM III-Zementen. Carbon Capture and Storage (CCS) und -Utilization (CCU) fangen prozessbedingte CO2-Emissionen direkt im Werk ab. Alternative Brennstoffe ersetzen Steinkohle durch Ersatzbrennstoffe, Biomasse und perspektivisch grünen Wasserstoff. Rezyklierte Gesteinskörnung schließt den Materialkreislauf.

Für Bauherren und Planer rückt die Verfügbarkeit marktfähiger Niedrigemissionsbetone in den Vordergrund. Heidelberg Materials hat mit evoZero den ersten industriell verfügbaren Carbon-Capture-Zement Europas am Markt. Holcim ECOPact und CEMEX Vertua bieten CEM II-Linien mit 30–70 % CO2-Reduktion gegenüber klassischem Portlandzement — bei identischer Verarbeitbarkeit und statischer Belastbarkeit. Ergänzend dazu gewinnt grüner Stahl für Bewehrungen und Tragwerke an Bedeutung — die beiden Materialstränge sind in der Gebäude-Ökobilanz eng gekoppelt. Wer neu baut, sollte parallel verfügbare Niedrigemissionsbetone vergleichen.

Zahlen & Fakten

~8 %

CO₂ aus Zementindustrie weltweit

Quelle: Chatham House 2018

−55 %

Reduktionsziel DE bis 2030

Quelle: VDZ-Roadmap

65-79 %

Klinkerfaktor CEM II/B-M

Quelle: EN 197-1

bis −65 %

CO₂-Einsparung CEM III/B

Quelle: VDZ

2024

Heidelberg evoZero Serienreife

Quelle: Heidelberg Materials

~75 €/t

EU ETS CO₂-Preis

Quelle: EEX Mitte 2026

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Anwendungsfälle

Weiterführende Quellen

Häufige Fragen

Was genau ist CO₂-neutraler Beton?expand_more
Beton, dessen CO₂-Emissionen über den Lebenszyklus (Herstellung, Transport, Einbau) bilanziell netto null betragen. Aktuell wird das durch massive Klinkerreduktion plus Carbon Capture plus Kompensation über Restemissionen erreicht. Echte prozessseitige Null-Emission ist erst ab 2040er Jahren realistisch.
Worin unterscheidet sich CEM II von CEM III?expand_more
CEM II enthält 6–35 % Hüttensand, Flugasche oder Kalkstein neben Portlandklinker (Klinkerfaktor 65–94 %). CEM III nutzt 36–95 % Hüttensand, was den Klinkerfaktor auf 5–64 % senkt. CEM III/B spart bis zu 65 % CO₂ bei identischer Druckfestigkeit, hat aber langsamere Frühfestigkeit.
Was bedeutet EPD (Environmental Product Declaration)?expand_more
Eine nach ISO 14025 und EN 15804 geprüfte Umweltdeklaration mit quantifizierten CO₂-Emissionen, Primärenergiebedarf und weiteren Indikatoren über den Lebenszyklus des Produkts. EPDs sind Voraussetzung für DGNB- und LEED-Zertifizierungen und werden zunehmend in Ausschreibungen gefordert.
Wann ist echter Carbon-Capture-Zement in Serie verfügbar?expand_more
Heidelberg Materials evoZero ist seit 2024 kommerziell in begrenzter Menge verfügbar (Werk Brevik, Norwegen). Großskalige Verfügbarkeit in der DACH-Region wird für 2028–2030 erwartet, wenn weitere CCS-Anlagen in deutschen Werken in Betrieb gehen.
Welche Normen gelten für Niedrigemissionsbeton in Deutschland?expand_more
EN 197-1 (Zementarten und Anforderungen) und DIN EN 206 / DIN 1045-2 (Betoneigenschaften und Expositionsklassen) regeln die Anwendung. Für CO₂-reduzierte Bindemittel gelten dieselben Tragwerksanforderungen — ein Ersatz klassischer Zemente ist normativ zulässig, sofern die Druckfestigkeits- und Expositionsklassen erreicht werden.

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